Was sind extremzuchten?
Zusammenfassung
Machen wir es ganz klar: Es gibt keine Rechtfertigung dafür, wissentlich Tiere zu züchten, die unter Gesundheits- oder Tierschutzproblemen leiden. Genetisch übersteigerte Merkmale können zu schweren gesundheitlichen und tierschutzrelevanten Folgen führen. Erfreulicherweise geht die Reptiliengemeinschaft hier mit gutem Beispiel voran, doch wir alle tragen Verantwortung.
Responsible Reptile Keeping (RRK) hat gemeinsam mit der ZZF in Deutschland eine Kampagne durchgeführt, um auf die Risiken extremer Zucht aufmerksam zu machen. Zudem arbeitete RRK mit REPTA im Vereinigten Königreich zusammen, um neue Leitlinien zu entwickeln, die Mitgliedern empfehlen, bestimmte Reptilienmorphe mit bekannten Gesundheits- und Tierschutzproblemen weder zu züchten noch zu verkaufen.
Zu den betroffenen Arten gehören unter anderem:
brachyzephale Hunde
Spider-Königspythons
Silkback-Bartagamen
Scottish-Fold-Katzen
Um Tiere zu schützen und überzogene staatliche Regulierungen zu vermeiden, ist es entscheidend, dass Tierhalter verantwortungsvolle Praktiken übernehmen und fördern. Ziel dieser Initiativen ist es, sicherzustellen, dass alle Haustiere normal leben, atmen und sich verhalten können.
So können Sie helfen:
Unterstützen Sie Züchter und Fachgeschäfte, die den ZZF- und REPTA-Richtlinien folgen.
Züchten Sie keine Linien mit bekannten Tierschutzproblemen.
Teilen Sie dieses Video, um die Botschaft zu verbreiten.
Lassen Sie uns gemeinsam unsere Tiere schützen und eine gesunde Zukunft für alle Arten sichern. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites von Responsible Reptile Keeping, REPTA und ZZF. Für vertiefende Einblicke sehen Sie das vollständige Interview mit Dr. Stefan Hetz (auf Englisch).
Transkript
Alle Halter von Heimtieren bitte mal aufgepasst.
Haben Sie schon einmal von Extremzuchten auch als Qualzuchten bezeichnet gehört?
Stellen Sie sich ein Tier vor mit einer attraktiven Eigenschaft. Das kann niedlicher Hund mit großen Hundeaugen sein, ein besonders skoril aussehender Ziervogel oder sogar eine Ech mit tollen Farben oder Fahrtmustern.
Stellen Sie sich nun vor, Sie möchten mit diesem Tier züchten, um Nachkommen mit den gleichen attraktiven Merkmalen zu erhalten.
Sie werden auf jeden Fall die Elterntiere auswählen, die am interessantesten aussehen, um Nachwuchs mit den gewünschten Eigenschaften zu erzeugen.
Soweit so gut, oder?
Diese Art der selektiven Züchtung begünstigt die genetischen Eigenschaften, die der Mensch attraktiv oder nützlich findet. Dieser Prozess der Domestizierung oder Domestikation, er wird seit tausenden von Jahren erfolgreich vom Menschen durchgeführt.
Selektive Züchtung kann jedoch auch negative Auswirkungen haben.
Die erwünschte Eigenschaft, die wir weiterzüchten wollen, kann manchmal mit einem Gen gepart sein, welches die Gesundheit des Tieres beeinträchtigt.
Die Lemonfrostvariante des Leopardgegos z.B. hat eine auffällige gelbe Farbe. Aber das Lemonfrostgen kann auch dazu führen, dass das Tier eine Form von Krebs entwickelt. In den schlimmsten Fällen ist die sogenannte attraktive Eigenschaft sogar schlecht für die Gesundheit des Tieres.
Scottish Fold Katzen, wie sie einige Prominente besitzen, gelten wegen ihrer niedlichen geknickten Ohren als attraktiv. Dieses Gen verursacht jedoch abnormales
Knorpelwachstum, übrigens der Grund für die geknickten Ohren und schmerzhafte Osteoartitis, eine schwere Knochenerkrankung.
Das ist der Punkt an dem eine ethische Nachzucht die Grenze zur Extremzucht überschreitet.
Als verantwortungsvolle Tierhalter und Züchter müssen wir alles tun, um diese unerwünschten Probleme zu vermeiden. Sicher würde kein Tierhalter wollen, dass seine Tiere Schmerzen haben, oder?
Was können wir also als Tierhalter und Züchter tun?
Erstens ist es wichtig, dass sie nicht überreagieren. Nicht alle gezüchteten Tiere haben einen grundsätzlich schlechten Gesundheitszustand.
Nur weil es sich um eine bestimmte Rasse, einen bestimmten Stammbaum oder eine bestimmte Morphe handelt, heißt das nicht unbedingt, dass sie ungesund sind.
Stattdessen sollten wir nur von gesunden Tieren züchten, die nicht an genetischen Krankheiten leiden.
Aber wenn eine Rasse oder eine Morphe nachweislich eine schlechte genetische Basis für die Weiterzucht darstellt, dann sollten wir uns die Frage stellen, ob es überhaupt eine gute Idee ist, mit diesen Tieren zu züchten.
Wenn ein Tier so stark verändert wird, dass es kein normales natürliches Verhalten mehr zeigen kann, ist es wahrscheinlicher, dass es gesundheitliche Probleme bekommt und seine Lebensweise stark beeinträchtigt wird. Das ist dann eine Extremzucht und schließlich sollten sie sich nicht auf Prominente als Vorbilder für die ethische Tierhaltung verlassen, denn manchmal fördern diese durch ihre Unwissenheit über extrem Zuchten schädliche Trends.
Recherchieren Sie stattdessen ausgiebig über die Tiere, die Sie in Zukunft halten und nachzüchten möchten und lassen Sie sich von unabhängigen Spezialisten oder Experten beraten.
Auf diese Weise ist es viel wahrscheinlicher, dass Sie gut beraten werden und das ein zu ihnen passendes gesundes Heimtier bekommen.
Vielen Dank fürs Zuhören.
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